Mindestens 15 schwarz gekleidete und finster aussehende Inder bauen sich vor uns auf und umringen uns.
Die Kinder klammern sich fester um unsere Beine und die kleinen Hände von Hände von Thea strecken sich mir entgegen: „Papa Arm“.
Dann folgt das übliche Ritual. Fotohandies werden gezückt und wir gebeten, uns mit ihnen fotografieren zu lassen.
Höflich bedanken sich diese Pilger anschließend bei uns und haben auch Verständnis dafür gehabt, dass sie die Kinder nicht berühren sollen. Das nervt nämlich langsam und wir können nunmehr sehr gut nachvollziehen, was Freunde von uns durchgemacht haben, die mit 3 richtig blonden kleinen Mädchen in Indien unterwegs waren! Einmal hat sich sogar die Polizei schützend vor die Familie gestellt, da sich eine große Menschentraube angesammelt hatte. Aggressiv ist das Verhalten ganz und gar nicht, aber wir fühlen uns doch wie Zootiere, wenn mal weniger, mal mehr Inder um einen herum stehen und gucken, wie wir uns so verhalten. 
Wirklich nervig ist aber der Versuch, insbesondere Thea immer wieder an die Wange zu fassen bzw. leicht zu kneifen. Hier reagiert der Papa schon ab und an mal etwas ungehaltener! Letztlich entspringt dieses Verlangen aber wohl nur der außerordentlich großen Kinderfreundlichkeit in Indien. Überall werden wir sehr aufrichtig freundlich begrüßt und die Kinder sofort mit einem Lächeln bedacht. Eine Familie mit 3 Kindern zu haben, hat scheinbar hier einen hohen Stellenwert und dementsprechend respektvoll und zuvorkommend werden wir behandelt.
Zudem achten wir darauf, nicht wie so viele junge Backpacker in abgewrackten „Hippiklamotten“ herumzulaufen. Die Inder verstehen nicht, warum sich jemand freiwillig so wie die unterste Kaste – es höchst unfreiwillig tut – kleidet. Uns wird also gerne geholfen und dementsprechend viel, viel einfacher als gedacht stellt sich das Reisen in Indien heraus.
Auch haben wir uns noch nie gefährdet gefühlt. Würde uns jemand berauben wollen, so muss er wohl damit rechnen, sofort von dann wohl wirklich extrem finster aussehenden Indern umringt und gelüncht zu werden.



Happy new year, liebe Thea, Aaron, Jakob, Anouschka und Rolf!
Danke Jakob für deine Karte aus Indien, und… ich wohne noch über
euch und freu mich schon sehr auf deinen nächsten Besuch in der Tarpenbek
strasse zusammen mit deinen Geschwistern:-)
ganz viele liebe Grüße schick ich euch nach Indien, Suse.