Endlich wieder reisen und nicht nur urlauben!
Nach den entspannten Tagen mit Wiekbe hatten wir mehr als genug Energie, um mit viel Vorfreude auf Lombok die Fähre zu besteigen. Diese Energie setzen wir hier in (zu) intensive Preisverhandlungen mit den Taxi- und Sammeltaxifahrern um. Der erste Fahrer kannte den Weg zu einem Dorf in der Nähe des Vulkans Rigani wohl nicht so genau, denn die Fahrt in die Berge bei strömenden Regen dauerte offensichtlich länger als von ihm gedacht. Oben auf dem Paß – da war absolut nichts, außer einem tropischen Regenguß – hat der Fahrer längst die Lust verloren und gibt uns zu verstehen, wir seien nun da. Gut, er sieht selbst schnell ein, dass das nicht richtig sein kann. Nächster Versuch beim allerersten Haus nach dem Paß, das etwas nach Guesthouse aussehen könnte. Nein, wir wollten schon ins richtige Dorf, zu einem richtigen Guesthouse! Grummelnd fährt er weiter, klagt über die weite Fahrt, seinen Hunger, die Familie, die er erst so spät abends wieder sehen würde und nach zwei weiteren „Rauswerfversuchen“ sind wir schließlich beim richtigen Guesthouse angekommen.
Da hängen wir dann, es gießt wie aus Eimern, wir sind die einzigen Gäste, zu Essen gibt es nichts. Also losgehen und im Dunkeln das erstbeste Warung (Straßenrestaurant) suchen. Das dauert, wir kommen schließlich ziemlich durchnäst wieder im Guesthouse an. Hätten wir uns doch lieber wieder einen Mietwagen nehmen sollen?! Am Morgen des übernächsten Tages ärgert sich Rolf noch mehr über die fehlende Flexibilität. Gemäß des „helpful staff“ des Guesthouses sollen morgens ständig Bemos (Sammeltaxis) fahren. Wir latschen also um 9:30 Uhr schwitzend die Dorfstraße entlang, aber kein Bemo will kommen. Die Nachfrage bei Einwohnern ergibt, dass das nächste Bemo erst wieder so gegen 13 h fährt! 3 h warten? 2x Touristen in ihrem Mietwagen fahren entspannt vorbei und gucken irritiert, was wir mit unserem Gepäck und 3x Kindern auf der Straße machen. Ok, Rolfs Entschluss steht felsenfest: bei der erstbesten Gelegenheit muss unbedingt ein Mietwagen her! Die Dorfbewohner sind sehr freundlich und zugleich geschäftstüchtig. Schon 2 Minuten später ist das Angebot für eine Privatfahrt auf dem Tisch. Zu teuer. Da kommt schon ein Pickup um die Ecke. Wir winken, er stoppt, die Preiseinigung klappt schnell, wir springen hinten auf die Ladefläche und los geht es.
Wunderbar auf der offenen Fläche die Berglandschaft und den Urwald in Rundum-Sicht und allen Sinnen live genießen zu können.

Mit den beiden Mitfahrern verstehen wir uns prima. Etwas Besseres hätte es gar nicht geben können. Wunderbar, dass wir keinen Mietwagen haben. Zufrieden kommen wir am ersten Zwischenziel an und nach zwei weiteren nahtlos anschließenden Bemofahrten
und einer kleinen Mittagsruhe
sind wir viel früher als jemals gedacht vor dem Guesthouse am Strand. Ziemlich heruntergekommen und der Strand lieblos und schmutzig. Also ab zum nächsten Bemo, die Preise werden mit Stein auf den Asphalt geschrieben, wir einigen uns und fahren in den nächsten Ort, der einen tollen Fischmarkt haben soll. Dort wollen wir übernachten. Aber weit gefehlt! Es gibt dort kein Guesthouse. Der Fahrer bietet an, uns direkt zum 50Km entfernten, touristisch gut erschlossenen Kuta Beach zu fahren. Der Preis passt aber nicht und trotz zäher Verhandlungen steigen wir also mitten auf einer Kreuzung in dem kleinen Fischmarktdorf aus. War das nun ziemlich dämlich von uns oder eine notwendige Konsequenz? Die Bewohnern mustern uns verwundert. Auch mit zwei weiteren Bemos, die sogar noch mehr verlangen, können wir uns nicht einigen. War wohl doch ziemlich blöd, den ersten Bemo wegen einer kleinen Verhandlungsdifferenz fahren zu lassen?! Es folgt ein ehrliches Angebot, mit 3x Mofataxis die Strecke zu bewältigen. Wir lehnen aber höflich ab. Da kommt ein junger Ladeninhaber um die Ecke, er müsse mit seiner Frau eh in die Richtung und könne uns einfach so bis zu einer Kreuzung 25Km von Kuta entfernt mitnehmen. Wie nett ist das denn! Seine Frau ist kindervernarrt und versorgt die Kinder zwischendurch bei einem Straßenstand mit Rambutans. An der Kreuzung wollen sie uns ein Bemo suchen, aber es gibt heute keins mehr. Trotz unserer Beteuerungen, dass das wirklich nicht nötig sei, können wir sie nicht davon abhalten, uns noch direkt nach Kuta zu fahren. Das ist Gastfreundschaft! Anouchka gewinnt ihre Wette, dass es nicht dämlich war, den ersten Bemofahrer ziehen zu lassen. Den abendlichen Gin Tonic zahlt also Rolf und behauptet dabei, dass er das mit dem Mietwagen ja auch gar nicht so wirklich ernst gemeint habe…