Reisen mit Kindern ist…
wunderbar, anstrengend, ein Geschenk und manchmal einfach nur grauenhaft!
Rolfs Vorhaben, stets gelassen zu bleiben, zerplatzte bereits nach 5 Tagen! Die sich streitenden Jungs wurden laut brüllend ins Auto gejagt, sodann nicht viel leiser gegenüber Anouchka der Sinn einer Reise mit Kindern in Abrede gestellt, der arme, ums Auto herumschwänzelnde Bettler, verscheucht und schließlich eine „ich verklage euch bis an euer Lebensende“ Email an die Internetflugvermittlung geschickt, die wg. der Weiterflüge nach Indien Ärger machte.
Hitze, Hunger, Müdigkeit und Kinder sind eben manchmal ein explosives Gemisch.
Dafür werden wir mit bislang unbekannten Reiseerlebnissen bereichert. Nie zuvor hatten wir einen „Willi Adler“ mit auf Reisen, über den Aaron täglich neue Wunder berichtet. Willi Adler kann heute ganz Afrika hochheben und morgen SOGAR 10 Elefanten. GANZ IN ECHT! Schneller als ein Gepard ist er sowieso: tausendmillionen und einundvierzig!
Und wann gönnt man sich schon das Vergnügen, den mit lieblichen Kinderstimmen gesungenen Kinderkanon: „Mama komm mal runter, Max muss kacken, er hat schon 3 Mal pffft gemacht!“ gleich unzählige Male nacheinander anzuhören.
Dazu kommen die vielen kleinen Bemerkungen, freudestrahlenden Augen, Quatschmachen, und Spielen, das sehr schnell die Härten vergessen machen. Auch der ab und an mal ganz in Ruhe genossene Kaffee ist ein besonders intensiv empfundener Genuß.
Mit einem freundlichen Hinweis auf die Kinder bekommt man natürlich auch einen neuen
Reifen per Sofortservice auf die Felge gezogen und eine nette Engländerin fährt extra mit einem Taxi zu anderen Guesthouses voraus, weil die Unterkunft, in der sie wohnte, ausgebucht war.
Nach der oben erwähnten Reisekrise mussten wir uns auch eingestehen, dass das von uns bevorzugte spontane Reisen mit Kindern mehr Energie kostet als von uns gedacht. Tagsüber kommen wir nicht wirklich zum Organisieren und abends haben wir angesichts unser Luxuslodges auch nicht immer Internetzugang. So bleibt dann z.B. zum Surfen nach Guesthouses oder Buchen von Flügen nicht immer ausreichend Zeit. Wenn dann auch noch Buchungsprobleme auftauchen, ist die notwendige Eltern-Ruhe-Zeit am Abend nicht mehr vorhanden. Mittlerweile haben sich die Abläufe aber immer besser eingespielt und die Reise verläuft immer entspannter. Wir gönnen uns auch hier und da einfach Tage ohne Programmpunkte oder bleiben länger, wenn wir noch etwas organisieren müssen. Namibia, ein sehr einfach zu bereisendes Land, war also sicherlich eine sehr gute und wichtige Übung, um mit dem nächsten Reiseziel, Indien, einigermaßen klar zu kommen.
