Petra und das Tote Meer

Obwohl eigentlich Hochsaison in Jordanien herrscht, ist nicht viel los. Wir hörten von einem 60 %igen Touristenrückgang. Arme Jordanier, die dafür wirklich nichts können, dass drumherum so viele Krisenherde sind. Wir profitieren natürlich davon, denn bei den Hotels lässt es sich gut verhandeln und nichts ist ausgebucht. Kommt man jedoch in Petra an, dann wundert man sich, wo auf einmal all diese ganzen anderen Touristen herkommen. Die müssen sich zwischendurch versteckt haben oder sich in den riesigen 5* Hotelanlagen am Toten Meer oder bei Aqaba aufhalten. Anders lässt es wirklich nicht erklären.

Wie extrem voll muss es in Petra gewesen sein als noch 60% mehr Besucher da waren! Petra hat allerdings all diese Besucher absolut verdient, denn die vor ca. 2000 Jahren in die Felsen gehauenen Gräber und Tempel sind einfach eindrucksvoll. Völlig zur Recht seit vielen Jahren ein Weltkulturerbe! Schon allein der Siq, den alle durchqueren müssen, um das riesige Gelände von Petra zu erreichen, wäre einen Besuch wert.

Die Steinhaukunst der Nabatäer ist beeindruckend und gleich beim ersten und bekanntesten Tempel extrem gut erhalten.

Hier noch ein paar weitere Eindrücke.

(Das sog. Kloster ganz am anderen Ende des Gebietes nach bestimmt 1000 Treppenstufen! Hut ab Aaron, die Fanta war verdient!)

Eine weitere Hauptattraktion dieses Landes ist natürlich das Tote Meer. Nicht allein, dass es der tiefste Punkt der Erde ist (400 Meter uM), sondern auch mit 33% Salzgehalt (Mittelmeer 3,5%) tolle Salzkristalle an die Küste zaubert.

Ein Bad in der sehr warmen Salzlösung ist ein Erlebnis, weil der Auftrieb wirklich enorm ist. Brustschwimmen ist kaum möglich, weil die Beine hinten aus dem Wasser kommen!

Allerdings muss man sehr aufpassen! In Augen, Nase und Wunden brennt das Wasser höllisch. Kommt auch nur etwas Wasser in die Lunge, dann platzen die Lungenbläschen und der Erstickungstod droht. Als wir da waren, wurde gerade eine Jordanierin auf einer Trage weggebracht. Hoffentlich hat sie überlebt! Die Kinder durften daher nur mit den Füßen hinein, weil es uns zu gefährlich war.

Kein Wunder, dass hier die Frau von Lot zur Salzsäule erstart ist! (Obwohl die Salzkonzentration damals wesentlich geringer war).

Eindrücke Jordanien I

Die Freundlichkeit der Jordanier haben wir genug betont, so dass nun die anderen Seiten dieses Landes auch mal dran kommen dürfen.

In diesem Land haben sich zum Beispiel eine Menge biblischer Geschichten ereignet. So zum Beispiel wurde Moses das gelobte Land vom Mount Nebo aus gezeigt.

Damals wohl ein Tick grüner und vor allen Dingen ohne den folgendenMüll.
Weil es hier so heilig war, es viele bunte Steine gibt und evtl. auch mal viel Langeweile herrschte, haben sie hier vor so ca. 1700 bis 1300 Jahren jede Menge wirklich toller Mosaike gelegt. Eines ist auch ein Weltkulturerbe.

Wir Eltern sind deutlich begeisterter als die Kinder, die aber dank der vielen Steine und für deutsche Verhältnisse nur sehr einfach abgesicherter und erschlosserer Kultursehenswürdigkeiten auch voll auf ihre Kosten kommen.

(Aaron verfeinert die Arbeit der Nabatäer…)

wenn es auch nur das Erschlagen von Ameisen ist.

Nach all den anstrengenden Tageserlebnissen ist dann und wann auch mal etwas Fernsehen drin.

Die Kinder machen das Reisen im Übrigen wunderbar mit. Wir haben das Gefühl, dass sie sofort wieder im alten Reisemodus waren, nur dass sie hier selbstbewusster als damals auftreten. Das liegt mit Sicherheit an dem freundlichen und – im sehr positiven Sinne gemeinten – distanzierten Auftreten der Jordanier. Das Alter der Kinder dürfte sein Übriges dazu tun. Thea lässt sich mittlerweile von Fremden hochheben und auf die Wange küssen, ohne das Heulen anzufangen und sagt ihren Namen, wenn sie auf Englisch danach gefragt wird. Manchmal geht die Selbständigkeit auch etwas zu weit. In Petra hatten wir eine kleine Mittagspause im Schatten von einem Tempel gemacht

als plötzlich Jakob weg war. Ok, links hinter die Mauer gucken, rechts, vorne und hinten. Jakob ist weg. Im Tempel vielleicht? Kein Jakob. Da kommt einer der vielen kleinen (und bis dahin total nervigen) Jungs an, die uns ständig einen Pferderitt anbieten wollen

und schafft es, uns zu verstehen zu geben, dass da ein Junge da hinten sei. 300 Meter weiter sitzt Jakob auf einer Mauer im Schatten, beobachtet die Massen an Touristen die vorbei ziehen

und versteht die Welt nicht mehr als ich gar nicht stolz bin, dass er schon allein weitergegangen war…

 

Regen in Jordanien

Wir haben gerade gehört, dass es wohl im Norden von Jordanien unwetterartige Regenfälle inkl. Überschwemmungen gegeben haben soll. Falls sich jemand Sorgen gemacht haben sollte, wir waren in der Zeit gerade ganz im Süden und haben daher davon nichts mitbekommen.

Spuckende Kinder haben auch Vorteile!

„Mein Bauch tut mir weh, wie lange fahren wir noch?“ fragt Thea. Wir Eltern sind demonstrativ gelassen, aber innerlich auf hab acht Stellung und gleichzeitig genervt. Nach erst 30 Minuten Fahrt und noch 3 h vor uns, kann das ja lustig werden! „Thea, sag auf jeden Fall rechtzeitig Bescheid, wenn du spucken musst. Hier hast du schon mal eine Tüte“. 5 Minuten später: Thea, wie geht es dir? Sag Bescheid, wenn du spucken musst, OK!!? Thea erzählt daraufhin zum 3. Mal die Geschichte, wie sie kürzlich in ein Auto spucken musste. Wir fragen erneut nach, ob alles gut sei. Weitere 5 Minuten später beugt sich Aaron nach vorne und spuckt, ohne vorher etwas gesagt zu haben. Vollbremsung! Tür auf und Aarons zweite Ladung landet zum Glück auf der Straße. Rolf ist sauer: „Kannst du nicht vorher Bescheid sagen?! Wovon reden wir mit Thea die ganze Zeit, gilt das etwa nicht für dich?!“

Dank Feuchttücher kriegen wir das Auto ganz gut sauber. Da wir mitten auf einem Abzweig zu einem kleinen Dorf stehen, der Kofferraum auf ist, Aaron blass daneben steht und Rolf die Fußmatte in der Hand hat, fragen gleich alle drei Autofahrer, die aus dem Dorf kommen, was los sei; ob sie helfen könnten; im nächsten Ort sei ein Hospital usw. Mal wieder extrem nett und aufmerksam, die Jordanier! Dann kommen noch zwei junge Frauen vorbei, erkundigen sich ebenfalls nach der Lage und laden uns schließlich zum Tee in ihr Haus ein. Da können wir nicht nein sagen. Die Verständigung ist zwar nicht leicht, da sie nur etwas Englisch können, aber irgendwie klappt es. Die erste Tante kommt vorbei, bald auch die zweite und die Oma sowieso. Sodann trauen sich die beiden jungen Damen (18 und 19 Jahre) auf das Thema Heirat und Liebe zu sprechen zu kommen. Sie sterben förmlich vor Neugierde, wie wir uns kennen gelernt haben. Ob ich Anouchka immer noch so liebe wie damals bei der Heirat? „Love Story how long before marriage?“ die nächste Frage und die Augen der Damen glühen vor Erwartung und Romantik. Wir müssen unbedingt noch einen Kaffee trinken, so schnell lassen uns die beiden nicht fahren. Was ich an Anouchka so gut finden würde, dass ich sie geheiratet habe usw. Das muss für die beiden, die selbst gerade mit der Schule fertig sind und bald von Ihren Eltern verheiratet werden, derzeit das Thema sein. Eine Love Story before marriage ist nicht möglich, aber beide hoffen auf die große Liebe und wollen eine gute Ehefrau werden.

Was für eine nette kleine Begegnung! So groß die Unterschiede bei der Partnerfindung auch sein mögen, so sind die kleinen zwischenmenschlichen Dinge, wie ein Lächeln, leuchtende Augen, die Liebe, Familienzusammenhalt identisch und lassen darauf hoffen, dass die Menschen im Nahen Osten doch irgendwann besser miteinander klar kommen werden.

An den Jordaniern wird mit Sicherheit nicht scheitern!

Fazit: Danke Aaron, dass du nicht Bescheid gesagt hast…

Nebulöser Beginn

„Welcome in Amman! Well, not at the International Airport but we are save on the ground.” Die trockene britische Art des British Airways Bordpersonals macht Spaß, auch weil der Kapitän weniger später ergänzt „ …not exactly where we wanted to land…“ Es gab nämlich Nebel am Queen Alia International Airport und nach dem 2. Durchstarten  vermeldete der Pilot ganz seriös und trocken „you may have remarked that our situation has not improved” und landete lieber am local Amman Airport. Da der allerdings keine Immigration hat, durften wir 4 Stunden im Flieger sitzen, bis der Nebel endlich weg war und wir Weiterfliegen konnten. Anouchkas Situation – ihr war während der Warteschleifen immer schlechter geworden und musste dann eine dieser Spucktüten nutzen – hatte sich wenigstens während der Wartezeit etwas gebessert. Und ein dickes Lob an die Kinder, die die Ruhe selbst waren. Super!

Nach einer weiteren netten Stunde in der Visa-Warteschlange stehen, suchten wir müde und ermattet unseren „Green Motion“ Mietwagenschalter. Vergeblich, den gab es nämlich einfach nicht! Was hilft da schon eine prepaid Buchungsbestätigung von “Billiger-Mietwagen.de” in der Hand. Hätten wir doch nicht das billigste Mietwagenangebot nehmen sollen? Na, die Reise geht ja schlecht los! Schon der Beginn in HH war unrund: kein Großraumtaxi erhalten und dann 14 € für eine kurze Fahrt mit einem 12 Minuten verspäteten Schnellbus gezahlt.

Dann, wie so oft auf Reisen, wenn mehrere Sachen nicht gut laufen, kommt der Umschwung zum Guten: Die Tourist Info konnte weiterhelfen, rief bei Green Motion an und 15 Minuten später war ein Angestellter von denen da. Unsere Erwartung an den Wagen sah wie folgt aus:

Aber es folgte ein Wagen, der noch die Türpuffer des Werkes an den Türen und Plastik auf den Sitzen hatte und mit 1600Km Laufleistung quasi nagelneu war.

Nach einem stärkenden Kaffee

ging es nach Madaba los. Aber ein Kaffee wäre gar nicht nötig gewesen. Denn für arabische Verhältnisse herrscht hier ein geradezu friedvolles Fahrverhalten auf nicht überfüllten, breiten und gut ausgebauten Straßen. Wir fanden schnell ein nettes Hotel und ab ging es zum Spaziergang durch die Stadt. Ausgesprochen höfliche Menschen hier. Dank der Kinder gibt es schnell ein Lächeln und ein Hallo und Anouchkas noch übrig gebliebener arabischer Wortschatz öffnet dann endgültig die Türen zu z.B Backstuben für Fladenbrote.

oder beim Mosaikkünstler.

Kein Betteln, kein “Hey Mister, where do come from?”, kein “very good price only for you” und so. Wirklich angenehm, hier durch die Straßen zu gehen! Ok, Jakob stellt zwar fest “Wie in Indien, die Mülleimer sind so verrostet, weil sie nicht benutzt werden!” Aber im Allgemeinen sind die Jordanier ziemlich ordentlich und so testen wir bereits wieder mit viel Freude das örtlichen Speiseangebot.

So nett wie es hier ist, muss ganz offensichtlich die Jordanierin neben uns im Flugzeug richtig gelegen haben, als sie entschuldigtend zur Verspätung sagte: “It is not our fault, it is the one of the British Crew!”

Should I stay or should I go…

“Wie seid Ihr denn auf die Idee gekommen”, „Kann man da derzeit hinfahren“ oder „Jordanien??“ waren die normalen, spontanen Reaktionen auf unser kommendes Reiseziel. „Das könnt ihr nicht machen. Ihr seid für die Kinder verantwortlich!“ die klare Meinung der Schwiegermutter, die auch gleich versuchte, noch die restliche Verwandtschaft dazu aufzustacheln, uns von unserem Vorhaben abzubringen.

Seit unserem damaligen Versuch, im dritten Schwangerschaftsmonat von Anouchka nach Mexiko zu reisen, der im Anrufhagel der Verwandtschaft endete (und dann im 4. Monat nachgeholt wurde), traut uns scheinbar die liebe Verwandtschaft mittlerweile deutlich mehr Eigenverantwortung zu. Die entsprechenden Anrufe kamen nämlich diesmal nicht – was hoffentlich nicht daran liegt, dass wir der Verwandtschaft inzwischen völlig egal sind!

Wie auch immer, die Schwiegermutter hat ja auch Recht. Am 29.09. kam ein dringender regionaler Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amtes für Jordanien und wir hatten uns schon selbst ernsthafte Gedanken gemacht, ob wir die Reise tatsächlich machen sollten.

Wie hoch ist das wirkliche Risiko, entführt, von einer Bombe zerfetzt oder enthauptet zu werden? Wissen wir und auch kein anderer auf der Welt, aber das Risiko hinterlässt ein dumpfes, unschönes Gefühl. Ja, jeder Griff zum Smartphone auf der Autobahn ist sicherlich deutlich gefährlicher, auch jedes Kilogramm Übergewicht, um einen Herz-Kreislauf Tod zu bekommen. Im Haushalt auf der Leiter und auf Treppen sowieso lauert die Gefahr auf jeder Stufe! Aber irgendwie hat man sich daran gewöhnt, sich arrangiert, es verdrängt. Aber diese Terrorgefahren in einem fremden Land verhalten sich wie die Gefahren im Flugzeug, man ist ihnen hilflos ausgesetzt, kann sie nicht einschätzen, ist nicht Herr der Lage. Angst entsteht!

Die Frage war also mehr, ob wir in Jordanien unbeschwert herumreisen können oder einem die unterschwellige Angst den Spaß verdirbt.

Nach ein, zwei Tagen dicht an der Aufgabe unserer Reisepläne, sind wir nun aber guter Dinge und freuen uns auf das Land. Dazu passt die Reaktion, die ich heute im Fahrstuhl bekam: „Nach Jordanien? Mein Vater kommt daher. Ein tolles Land! Viel Spaß!“

 

Tschüß Asien, Willkommen Deutschland und tschüß überhaupt

Und was für ein schönes Willkommen! Nicht nur, dass wir unter anderem einen frühmorgendlichen Abholservice am Frankfurter Flughafen genießen durften. Wir wurden zudem auch noch mit reichlich Schnee beschenkt. Eine tolle Attraktion nach 5 Monaten Afrika und Asien!! (Euch mag das sicherlich ganz anders gehen). Wir hören nun etwas Weihnachtsmusik und holen so das sich in Indien einfach nicht aufkommen wollende Weihnachtsgefühl nach.

Herzlichen Dank
an alle, die unseren Blog verfolgt und uns auch immer wieder mit Kommentaren erfreut haben. Wir hoffen, dass wir euch auf diesem Weg etwas an unseren Erlebnissen und Erfahren teilhaben lassen konnten und die Lektüre so kurzweilig war, dass ihr Lust habt, demnächst auch live von uns zu hören.

PS:

Vermist wird schon jetzt:
Das Gefühl der Freiheit und das Lachen und Lächeln der Menschen in Asien in ihren farbenfrohen Kleidern.
Dafür genießen wir:
Das Wiedersehen mit Familie und Freunden. Das Trinken von Leitungswasser, frisches Schwarzbrot. Kein Schwitzen mehr.

Eindrücke Lombok

Obwohl direkt neben Bali liegend, ist Lombok mit Ausnahme der Gilis und Sengiggi zum Glück nur wenig touristisch erschlossen. Selbst Kuta Beach, die Nr. 3 der Touristenstandorte, ist lediglich ein kleines Dorf mit ein paar Hotels und Gasthäusern. Die Insel bietet im Süden an der Küste Bilderbuchlandschaften. Saftig grüne, steile Hügel rahmen eine weiße Bucht nach der anderen ein.

Was für ein Gefühl der Freiheit und Freude, mit der Mofa diese größtenteils völlig unerschlossenen Buchten anzufahren.

Auf Bali wäre jede dieser Buchten von Resorts und Gasthäusern vollständig erschlossen.
Sollten wir noch mal ohne kleine Kinder reisen dürfen, würden wir wohl die indonesischen Inseln per Mofa erkunden. Jeder, der Bali besucht, sollte unbedingt einen Abstecher nach Lombok machen! So sah Bali wohl vor 25 Jahren aus.

Weiteres:

Immer wieder toll zu beobachten, wie sich Kinder auch ohne gemeinsame Sprache prima verständigen können.

Zufällig waren wir in der Hauptstadt als dieses Hindufest stattfand. Wie ein Karnevalsumzug.

Hübsch machen für die baldige Rückkehr!

und bei Anouchka kritisch gucken, ob es auch gut wird.

 

 

Willkommen Lombok! Mietwagen vs. Public Transport

Endlich wieder reisen und nicht nur urlauben!

Nach den entspannten Tagen mit Wiekbe hatten wir mehr als genug Energie, um mit viel Vorfreude auf Lombok die Fähre zu besteigen. Diese Energie setzen wir hier in (zu) intensive Preisverhandlungen mit den Taxi- und Sammeltaxifahrern um. Der erste Fahrer kannte den Weg zu einem Dorf in der Nähe des Vulkans Rigani wohl nicht so genau, denn die Fahrt in die Berge bei strömenden Regen dauerte offensichtlich länger als von ihm gedacht. Oben auf dem Paß – da war absolut nichts, außer einem tropischen Regenguß – hat der Fahrer längst die Lust verloren und gibt uns zu verstehen, wir seien nun da. Gut, er sieht selbst schnell ein, dass das nicht richtig sein kann. Nächster Versuch beim allerersten Haus nach dem Paß, das etwas nach Guesthouse aussehen könnte. Nein, wir wollten schon ins richtige Dorf, zu einem richtigen Guesthouse! Grummelnd fährt er weiter, klagt über die weite Fahrt, seinen Hunger, die Familie, die er erst so spät abends wieder sehen würde und nach zwei weiteren „Rauswerfversuchen“ sind wir schließlich beim richtigen Guesthouse angekommen.
Da hängen wir dann, es gießt wie aus Eimern, wir sind die einzigen Gäste, zu Essen gibt es nichts. Also losgehen und im Dunkeln das erstbeste Warung (Straßenrestaurant) suchen. Das dauert, wir kommen schließlich ziemlich durchnäst wieder im Guesthouse an. Hätten wir uns doch lieber wieder einen Mietwagen nehmen sollen?! Am Morgen des übernächsten Tages ärgert sich Rolf noch mehr über die fehlende Flexibilität. Gemäß des „helpful staff“ des Guesthouses sollen morgens ständig Bemos (Sammeltaxis) fahren. Wir latschen also um 9:30 Uhr schwitzend die Dorfstraße entlang, aber kein Bemo will kommen. Die Nachfrage bei Einwohnern ergibt, dass das nächste Bemo erst wieder so gegen 13 h fährt! 3 h warten? 2x Touristen in ihrem Mietwagen fahren entspannt vorbei und gucken irritiert, was wir mit unserem Gepäck und 3x Kindern auf der Straße machen. Ok, Rolfs Entschluss steht felsenfest: bei der erstbesten Gelegenheit muss unbedingt ein Mietwagen her! Die Dorfbewohner sind sehr freundlich und zugleich geschäftstüchtig. Schon 2 Minuten später ist das Angebot für eine Privatfahrt auf dem Tisch. Zu teuer. Da kommt schon ein Pickup um die Ecke. Wir winken, er stoppt, die Preiseinigung klappt schnell, wir springen hinten auf die Ladefläche und los geht es.

Wunderbar auf der offenen Fläche die Berglandschaft und den Urwald in Rundum-Sicht und allen Sinnen live genießen zu können.

Mit den beiden Mitfahrern verstehen wir uns prima. Etwas Besseres hätte es gar nicht geben können. Wunderbar, dass wir keinen Mietwagen haben. Zufrieden kommen wir am ersten Zwischenziel an und nach zwei weiteren nahtlos anschließenden Bemofahrten

und einer kleinen Mittagsruhe

sind wir viel früher als jemals gedacht vor dem Guesthouse am Strand. Ziemlich heruntergekommen und der Strand lieblos und schmutzig. Also ab zum nächsten Bemo, die Preise werden mit Stein auf den Asphalt geschrieben, wir einigen uns und fahren in den nächsten Ort, der einen tollen Fischmarkt haben soll. Dort wollen wir übernachten. Aber weit gefehlt! Es gibt dort kein Guesthouse. Der Fahrer bietet an, uns direkt zum 50Km entfernten, touristisch gut erschlossenen Kuta Beach zu fahren. Der Preis passt aber nicht und trotz zäher Verhandlungen steigen wir also mitten auf einer Kreuzung in dem kleinen Fischmarktdorf aus. War das nun ziemlich dämlich von uns oder eine notwendige Konsequenz? Die Bewohnern mustern uns verwundert. Auch mit zwei weiteren Bemos, die sogar noch mehr verlangen, können wir uns nicht einigen. War wohl doch ziemlich blöd, den ersten Bemo wegen einer kleinen Verhandlungsdifferenz fahren zu lassen?! Es folgt ein ehrliches Angebot, mit 3x Mofataxis die Strecke zu bewältigen. Wir lehnen aber höflich ab. Da kommt ein junger Ladeninhaber um die Ecke, er müsse mit seiner Frau eh in die Richtung und könne uns einfach so bis zu einer Kreuzung 25Km von Kuta entfernt mitnehmen. Wie nett ist das denn! Seine Frau ist kindervernarrt und versorgt die Kinder zwischendurch bei einem Straßenstand mit Rambutans. An der Kreuzung wollen sie uns ein Bemo suchen, aber es gibt heute keins mehr. Trotz unserer Beteuerungen, dass das wirklich nicht nötig sei, können wir sie nicht davon abhalten, uns noch direkt nach Kuta zu fahren. Das ist Gastfreundschaft! Anouchka gewinnt ihre Wette, dass es nicht dämlich war, den ersten Bemofahrer ziehen zu lassen. Den abendlichen Gin Tonic zahlt also Rolf und behauptet dabei, dass er das mit dem Mietwagen ja auch gar nicht so wirklich ernst gemeint habe…

Super, Besuch aus Deutschland

7:30 Uhr am Morgen, ein breites Grinsen in unseren Gesichtern. Im Zimmer über uns reden alle 3 Kinder gleichzeitig auf Wiebke ein, während wir noch entspannt weiter vor uns hin dösen können. Kurz darauf ein kleiner Streit zwischen den Kindern, Thea weint wütend. Kurzer Blickaustausch zwischen uns. Sollten wir jetzt fairerweise aufstehen und Wiebke zur Seite springen? Verschämtes Grinsen: Ähmm, schafft sie bestimmt auch ohne uns, oder? Ja, schafft sie wirklich sehr gut und wir genießen noch ein paar weitere Minuten unserer morgendlichen Ruhe.

Wiebke ist eine gute Freundin von uns, die uns auf Bali netterweise für 5 Tage begleitet, bevor sie mit ihrer Schwester weiterreist.

Es passt hervorragend. Sie ist eine sehr erfahrene Reisende, die den gleichen Reisestil wie wir pflegt. Die Kinder mögen sie sehr und genießen es, ihr Reiseerlebnisse zu erzählen, von ihr Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen und einfach Zeit mit ihr zu verbringen. Aaron beschließt gleich, mit ihr ein Doppelbett zu teilen. Jeden Morgen wird als erstes geguckt, ob Wiebke schon wach ist.

Wir Eltern genießen vor allem, dass die Aufmerksamkeit der Kinder nicht mehr uns allein gehört und wir abends mit Wiebke eine prima Gesprächspartnerin haben und unseren abendlichen Gin Tonic nicht mehr allein trinken müssen.

Waren die bisherigen Tage auf Bali bereits sehr entspannt, haben diese 5 Tage das Ganze noch einmal deutlich getoppt.

Danke, liebe Wiekbe für deinen Besuch!

Wunderbar ist es auch, dass wir, die mittlerweile etwas fotomüde geworden sind, in Wiebke eine tolle Fotografin an unserer Seite hatten, die viele Foto von unserem gemeinsamen Aufenthalt auf der Nusa Lembongan (kleine Insel bei Bali)

geschossen hat:

EIn Mofaausflug über die Insel

macht natürlich hungrig und da kommt ein mobiler Bakso Ayam Stand gerade richtig.


Der Badespaß kam natürlich nicht zu kurz!