Tschüß Asien, Willkommen Deutschland und tschüß überhaupt

Und was für ein schönes Willkommen! Nicht nur, dass wir unter anderem einen frühmorgendlichen Abholservice am Frankfurter Flughafen genießen durften. Wir wurden zudem auch noch mit reichlich Schnee beschenkt. Eine tolle Attraktion nach 5 Monaten Afrika und Asien!! (Euch mag das sicherlich ganz anders gehen). Wir hören nun etwas Weihnachtsmusik und holen so das sich in Indien einfach nicht aufkommen wollende Weihnachtsgefühl nach.

Herzlichen Dank
an alle, die unseren Blog verfolgt und uns auch immer wieder mit Kommentaren erfreut haben. Wir hoffen, dass wir euch auf diesem Weg etwas an unseren Erlebnissen und Erfahren teilhaben lassen konnten und die Lektüre so kurzweilig war, dass ihr Lust habt, demnächst auch live von uns zu hören.

PS:

Vermist wird schon jetzt:
Das Gefühl der Freiheit und das Lachen und Lächeln der Menschen in Asien in ihren farbenfrohen Kleidern.
Dafür genießen wir:
Das Wiedersehen mit Familie und Freunden. Das Trinken von Leitungswasser, frisches Schwarzbrot. Kein Schwitzen mehr.

Eindrücke Lombok

Obwohl direkt neben Bali liegend, ist Lombok mit Ausnahme der Gilis und Sengiggi zum Glück nur wenig touristisch erschlossen. Selbst Kuta Beach, die Nr. 3 der Touristenstandorte, ist lediglich ein kleines Dorf mit ein paar Hotels und Gasthäusern. Die Insel bietet im Süden an der Küste Bilderbuchlandschaften. Saftig grüne, steile Hügel rahmen eine weiße Bucht nach der anderen ein.

Was für ein Gefühl der Freiheit und Freude, mit der Mofa diese größtenteils völlig unerschlossenen Buchten anzufahren.

Auf Bali wäre jede dieser Buchten von Resorts und Gasthäusern vollständig erschlossen.
Sollten wir noch mal ohne kleine Kinder reisen dürfen, würden wir wohl die indonesischen Inseln per Mofa erkunden. Jeder, der Bali besucht, sollte unbedingt einen Abstecher nach Lombok machen! So sah Bali wohl vor 25 Jahren aus.

Weiteres:

Immer wieder toll zu beobachten, wie sich Kinder auch ohne gemeinsame Sprache prima verständigen können.

Zufällig waren wir in der Hauptstadt als dieses Hindufest stattfand. Wie ein Karnevalsumzug.

Hübsch machen für die baldige Rückkehr!

und bei Anouchka kritisch gucken, ob es auch gut wird.

 

 

Willkommen Lombok! Mietwagen vs. Public Transport

Endlich wieder reisen und nicht nur urlauben!

Nach den entspannten Tagen mit Wiekbe hatten wir mehr als genug Energie, um mit viel Vorfreude auf Lombok die Fähre zu besteigen. Diese Energie setzen wir hier in (zu) intensive Preisverhandlungen mit den Taxi- und Sammeltaxifahrern um. Der erste Fahrer kannte den Weg zu einem Dorf in der Nähe des Vulkans Rigani wohl nicht so genau, denn die Fahrt in die Berge bei strömenden Regen dauerte offensichtlich länger als von ihm gedacht. Oben auf dem Paß – da war absolut nichts, außer einem tropischen Regenguß – hat der Fahrer längst die Lust verloren und gibt uns zu verstehen, wir seien nun da. Gut, er sieht selbst schnell ein, dass das nicht richtig sein kann. Nächster Versuch beim allerersten Haus nach dem Paß, das etwas nach Guesthouse aussehen könnte. Nein, wir wollten schon ins richtige Dorf, zu einem richtigen Guesthouse! Grummelnd fährt er weiter, klagt über die weite Fahrt, seinen Hunger, die Familie, die er erst so spät abends wieder sehen würde und nach zwei weiteren „Rauswerfversuchen“ sind wir schließlich beim richtigen Guesthouse angekommen.
Da hängen wir dann, es gießt wie aus Eimern, wir sind die einzigen Gäste, zu Essen gibt es nichts. Also losgehen und im Dunkeln das erstbeste Warung (Straßenrestaurant) suchen. Das dauert, wir kommen schließlich ziemlich durchnäst wieder im Guesthouse an. Hätten wir uns doch lieber wieder einen Mietwagen nehmen sollen?! Am Morgen des übernächsten Tages ärgert sich Rolf noch mehr über die fehlende Flexibilität. Gemäß des „helpful staff“ des Guesthouses sollen morgens ständig Bemos (Sammeltaxis) fahren. Wir latschen also um 9:30 Uhr schwitzend die Dorfstraße entlang, aber kein Bemo will kommen. Die Nachfrage bei Einwohnern ergibt, dass das nächste Bemo erst wieder so gegen 13 h fährt! 3 h warten? 2x Touristen in ihrem Mietwagen fahren entspannt vorbei und gucken irritiert, was wir mit unserem Gepäck und 3x Kindern auf der Straße machen. Ok, Rolfs Entschluss steht felsenfest: bei der erstbesten Gelegenheit muss unbedingt ein Mietwagen her! Die Dorfbewohner sind sehr freundlich und zugleich geschäftstüchtig. Schon 2 Minuten später ist das Angebot für eine Privatfahrt auf dem Tisch. Zu teuer. Da kommt schon ein Pickup um die Ecke. Wir winken, er stoppt, die Preiseinigung klappt schnell, wir springen hinten auf die Ladefläche und los geht es.

Wunderbar auf der offenen Fläche die Berglandschaft und den Urwald in Rundum-Sicht und allen Sinnen live genießen zu können.

Mit den beiden Mitfahrern verstehen wir uns prima. Etwas Besseres hätte es gar nicht geben können. Wunderbar, dass wir keinen Mietwagen haben. Zufrieden kommen wir am ersten Zwischenziel an und nach zwei weiteren nahtlos anschließenden Bemofahrten

und einer kleinen Mittagsruhe

sind wir viel früher als jemals gedacht vor dem Guesthouse am Strand. Ziemlich heruntergekommen und der Strand lieblos und schmutzig. Also ab zum nächsten Bemo, die Preise werden mit Stein auf den Asphalt geschrieben, wir einigen uns und fahren in den nächsten Ort, der einen tollen Fischmarkt haben soll. Dort wollen wir übernachten. Aber weit gefehlt! Es gibt dort kein Guesthouse. Der Fahrer bietet an, uns direkt zum 50Km entfernten, touristisch gut erschlossenen Kuta Beach zu fahren. Der Preis passt aber nicht und trotz zäher Verhandlungen steigen wir also mitten auf einer Kreuzung in dem kleinen Fischmarktdorf aus. War das nun ziemlich dämlich von uns oder eine notwendige Konsequenz? Die Bewohnern mustern uns verwundert. Auch mit zwei weiteren Bemos, die sogar noch mehr verlangen, können wir uns nicht einigen. War wohl doch ziemlich blöd, den ersten Bemo wegen einer kleinen Verhandlungsdifferenz fahren zu lassen?! Es folgt ein ehrliches Angebot, mit 3x Mofataxis die Strecke zu bewältigen. Wir lehnen aber höflich ab. Da kommt ein junger Ladeninhaber um die Ecke, er müsse mit seiner Frau eh in die Richtung und könne uns einfach so bis zu einer Kreuzung 25Km von Kuta entfernt mitnehmen. Wie nett ist das denn! Seine Frau ist kindervernarrt und versorgt die Kinder zwischendurch bei einem Straßenstand mit Rambutans. An der Kreuzung wollen sie uns ein Bemo suchen, aber es gibt heute keins mehr. Trotz unserer Beteuerungen, dass das wirklich nicht nötig sei, können wir sie nicht davon abhalten, uns noch direkt nach Kuta zu fahren. Das ist Gastfreundschaft! Anouchka gewinnt ihre Wette, dass es nicht dämlich war, den ersten Bemofahrer ziehen zu lassen. Den abendlichen Gin Tonic zahlt also Rolf und behauptet dabei, dass er das mit dem Mietwagen ja auch gar nicht so wirklich ernst gemeint habe…

Super, Besuch aus Deutschland

7:30 Uhr am Morgen, ein breites Grinsen in unseren Gesichtern. Im Zimmer über uns reden alle 3 Kinder gleichzeitig auf Wiebke ein, während wir noch entspannt weiter vor uns hin dösen können. Kurz darauf ein kleiner Streit zwischen den Kindern, Thea weint wütend. Kurzer Blickaustausch zwischen uns. Sollten wir jetzt fairerweise aufstehen und Wiebke zur Seite springen? Verschämtes Grinsen: Ähmm, schafft sie bestimmt auch ohne uns, oder? Ja, schafft sie wirklich sehr gut und wir genießen noch ein paar weitere Minuten unserer morgendlichen Ruhe.

Wiebke ist eine gute Freundin von uns, die uns auf Bali netterweise für 5 Tage begleitet, bevor sie mit ihrer Schwester weiterreist.

Es passt hervorragend. Sie ist eine sehr erfahrene Reisende, die den gleichen Reisestil wie wir pflegt. Die Kinder mögen sie sehr und genießen es, ihr Reiseerlebnisse zu erzählen, von ihr Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen und einfach Zeit mit ihr zu verbringen. Aaron beschließt gleich, mit ihr ein Doppelbett zu teilen. Jeden Morgen wird als erstes geguckt, ob Wiebke schon wach ist.

Wir Eltern genießen vor allem, dass die Aufmerksamkeit der Kinder nicht mehr uns allein gehört und wir abends mit Wiebke eine prima Gesprächspartnerin haben und unseren abendlichen Gin Tonic nicht mehr allein trinken müssen.

Waren die bisherigen Tage auf Bali bereits sehr entspannt, haben diese 5 Tage das Ganze noch einmal deutlich getoppt.

Danke, liebe Wiekbe für deinen Besuch!

Wunderbar ist es auch, dass wir, die mittlerweile etwas fotomüde geworden sind, in Wiebke eine tolle Fotografin an unserer Seite hatten, die viele Foto von unserem gemeinsamen Aufenthalt auf der Nusa Lembongan (kleine Insel bei Bali)

geschossen hat:

EIn Mofaausflug über die Insel

macht natürlich hungrig und da kommt ein mobiler Bakso Ayam Stand gerade richtig.


Der Badespaß kam natürlich nicht zu kurz!

Eat Pray Love

Liebe Bestsellerautorin Elizabeth Gilbert, liebe Julia Roberts, was habt ihr nur aus Ubud gemacht. Einst das stilvolle, ruhige und von grünen Reisterrassen umgebene, kulturelle, künstlerische und spirituelle Zentrum Balis.

Seit Jahrzehnten die Heimat vieler Aussteiger und Künstler, die von diesem besonderen Flair wie die Motten vom Licht angezogen wurden.

Nun sitzen die Chinesen in Massen bei Starbucks! Starbucks, Mc Donalds, KFC oder Burger King sind in Asien stets zuverlässige Indikatoren, wie es um den Flair eines Ortes steht. Es ist immer die gleiche Entwicklung: erst Banana Pancake und Porridge, dann Pizza und Spagetti, gefolgt von Mojito und Margarita, bis schließlich die globalen Ketten ihre Filialen eröffnen. Warum um Himmels Willen reist man tausende von Kilometern, um dann den gleichen Kaffee wie zu Hause zu trinken? Was will man als Tourist bei Mc Donalds, wenn es eine so vielfältige, spannende Küche in Indonesien gibt?

Doch zurück zu Ubud. Ubud ist nun ganz hervorragend zum Einkaufen und Kaffeetrinken. Wir haben noch nie zuvor – auch nicht in Europa – eine solche Dichte an individuellen Modeboutiquen, Kunstläden und Kaffees vorgefunden. Zugegeben, alles äußerst geschmackvoll gestaltet und hübsch anzuschauen. Doch was hat das noch mit Bali zu tun? Obwohl noch tiefste Nebensaison herrscht, ist die Anzahl der Touristen hoch. Dort stecken sie also alle. Die extrem hohe Dichte der Hotels, Resorts und Gasthäuser jagt uns einen Schauer über den Rücken. Wie voll muss das hier erst nur in der Hochsaison sein!! Ein direkter Vergleich zur Khaosan Road Gegend in Bangkok wäre gemein, da auf einem ganz anderem Niveau spielend, aber er drängt sich uns unweigerlich auf.

Eat, Pray, Love, ein böser Fluch für alle, die zuvor Ubud liebten und ein Segen für den Konsum. Eat wie Kaffees und Restaurants, Pray wie massenhafte Yogakurse und Love wie die Liebe zum Einkaufskommerz.