Verasiatung Teil II

Die so herzliche und warme Freundlichkeit der Burmesen mag eine große Rolle spielen. Vielleicht ist es auch einfach eine Entwicklung, die diese lange Dauer und die durchschrittene Talsohle bedurfte: die Kinder werden wieder selbstsicherer und selbständiger! In Hamburg konnten wir den Kindern erzählen, dass wir noch abends weggehen würden, aber die Nachbarn da sein, wenn etwas los sein sollte. Das wurde gnädigerweise akzeptiert.

Im (menschenarmen) Namibia war das auch noch halbwegs ok, aber in Indien erlebten wir einen extremen Rückschritt. Wir konnten sie noch nicht einmal für 2 Minuten allein am Strand spielen lassen, um selbst kurz (!!) eine Abkühlung in den Wellen zu suchen. Halb panisches Geweine und Geschreie der Kinder am Strand. Die Inder, häufig gleich in kleinen Gruppen, kamen den Kindern einfach zu nahe, sprachen sie an, fassten sie an. Waren wir nicht an ihrer Seite, hatten sie davor echt Angst. Mussten wir zu Beginn der Reise aufpassen, dass uns kein Kind verloren geht, hatten wir in Indien ständig die kleinen, häufig dreckig-klebrigen, Schweisshände der Kinder an der Hand oder der Hose und Abends regelmäßig einen Kinderhände-Anfass-Overkill. Wir machten uns ernsthaft Sorgen, ob wir da den Kindern etwas „angetan“ hatten. Um so glücklicher sind wir nun, dass sich die Kinder wieder in die richtige Richtung entwickeln.

Die Bilder des „Hilfe, Verasiatung setzt ein!“ Blockbeitrags mögen diese Entwicklung schon angedeutet haben, und so geht es zum Glück weiter. Die schüchterne Thea hilft, gekochte Vogeleier einzupacken.

Gelassenheit trotz abendlicher Fahrradpanne weit ab vom Guesthouse (wieder mal ein Bsp. für die große Freundlichkeit der Burmesen, dass uns sofort geholfen wurde!)

Die Kinder ertragen souveräner die Fotoaufnahmen

oder (halbwegs) cool die Umarmung eines Mönches

Auf der Straße wird schon mal der Minipickup getestet, der uns gleich zur Busstation bringen soll.

Jakob schon panische Angst, dass seine Eltern vor der Abfahrt oder nach kurzen Pausen den Bus nicht rechtzeitig besteigen könnten, ist einem Nachspielen der typischen Beifahrer und Einkassierer-Stellung gewichen.

Schon am ersten Tag unseres soeben angetretenen Strandurlaubes konnten wir die Kinder völlig allein am Strand lassen und die Jungs spielten sofort mit 2-3 einheimischen Jungs und Hotelangestellten Fußball, Flummi und Frisbee. Große Erleichterung bei uns, weil wir den Kindern scheinbar doch keine traumatischen Erlebnisse zugefügt haben und zudem auch tagsüber mehr Kinderhand-freie-Zeit haben, um unter anderem diesen Blockartikel zu verfassen. Weil die 3x Reisetage zuvor mit Buspanne, nächtlichem Ankommen, 7-8 h Busfahren pro Tag anstrengend waren und nun die Kinder hier am Strand von Chaungta so schön selbständig spielen, erleben wir Eltern die bis dahin größte Leichtigkeit des Seins auf unserer Reise!

Ein Gedanke zu “Verasiatung Teil II

  1. Ihr lieben weltenbummler,
    tropische gruesse aus der kolumbianischen karibik!
    ich habe groessten respekt vor Euren kindern, die all die strapazen und anstrengungen offensichtlich so zu meistern wissen, dass Euch als familie auch nach so langer zeit das reisen immer noch spass macht.
    ansonsten fuehle ich mich Euch als expat natuerlich sehr verbunden.
    liebe gruesse
    axel

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