Nicht nur die Romantik, an die einige geschätzte LeserInnen nun gedacht haben mögen, sondern auch die übrige Romantik kommt auf einer Reise mit Kindern etwas zu kurz. Es ist noch leicht schummrig als wir unsere Fahrräder vor einer der hunderten von Stupas in Bagan abstellen und die steilen Stufen hinaufsteigen. Mindestens 15 andere Touristen sind schon da und starren andächtig in Richtung Osten, wo in den nächsten paar Minuten die Sonne hinter dem Horizont auftauchen müsste. Zwischen den abgeernteten Reisfeldern, den vereinzelten grünen Bäumen und den vielen Stupas liegt hier und da noch der frühmorgendliche Dunst.
Eine magische Stimmung in Bagan, die wirklich einzigartig ist und das frühe Aufstehen auf jeden Fall rechtfertigt. Es herrscht eine gespannte, würdevolle Stille bis Jakobs Kinderstimmer die Stille durchbricht: „Papa, ich muss mal Pipi!“. Ok, noch müssten wir so 5 Minuten haben. Also entspannt bleiben, steilen Stufen langsam runter, Pipi machen beaufsichtigen und rauf geht es wieder. Kaum oben, muss Aaron auch! Hilft nichts, runter, Pipi und wieder rauf! Schnell noch ein Familienfoto von einer netten Japanerin machen lassen 
und eigenen Fotoapparat in den Anschlag bringen. Die Kinder nähern sich gefährlich der steilen Kante der Stupa. Kinder einnorden, das dass hier ziemlich hoch ist und daher gefährlich ist. Nördlich von uns starten in diesem Moment ein paar Heißluftballons.
Die Kinder sind begeistert und interessieren sich gar nicht für die Sonne, die gerade als dünner glühender Streifen am Horizont sichtbar wird.
Um noch bessere Fotos machen zu können, steigt Rolf noch ein Stockwerk höher. Kaum ein Foto gemacht, taucht Aaron bei den Stufen auf.
Schnell Aaron zum Stillstehen verdonnern, Kamera hastig wieder einpacken. Die Sonne steigt langsam und ihr rötliches Licht betont wunderbar die Stupas aus Backstein. Entsprechend langweilig finden es die Kinder und werden etwas unruhig. Wir daher auch! Zum Glück kommen die Ballons näher und begeistern noch einmal die Kinder.
Wieder etwas Zeit, um die einmalig tolle Landschaft in dem morgendlichen Licht zu genießen. Dann folgt ein Fragenkatalog. Warum machen die im Ballon Feuer? Womit? Warum heiß? Können wir da auch mitfliegen? Thea: “Ich will aber!“, „Alles ausgebucht, geht daher nicht!“ es folgt ein typischer trotziger Thea-Mädchenweinanfall… „ICH WILL ABER?“
Jakob ist etwas müde und der Hunger macht sich langsam breit. Zeit aufzubrechen, bevor die Stimmung in den Keller fällt. Der Versuch, noch schnell ein schönes Familienfoto zum Abschied zu machen, ist zum Scheitern verurteilt…
Toll war es aber dennoch!
Fazit: Kinder und Romantik passt nicht sonderlich gut zusammen.